Kann denn Social Software Sünde sein?

Mit Sicherheit. Da braucht man nur einen Blick in einige der mittlerweile existierenden Social Software Ruinen zu werfen, die sich in der einen oder anderen Organisation ausbreiten. „A fool with a tool is still a fool“ ist eine Aussage, die wohl auf einige Projektteams zutrifft, denen beim Thema Social Business oder Enterprise 2.0 ausschließlich der Zugriff auf technische Mittel übrig blieb. Dennoch: Digitale Kollaborations- und Kommunikationsplattformen können einer Organisation dazu verhelfen, sich schneller auf Veränderungsprozesse einzustellen. Daher ist es immer noch – oder gerade jetzt – überaus wichtig, sich intensiv mit dem Thema Social Software zu beschäftigen.

Vor einigen Wochen habe ich zusammen mit einem Kollegen eine Blogserie auf dem Blog meines ehemaligen Arbeitgebers Kuhn, Kammann & Kuhn veröffentlicht, die ich jetzt auch hier weiter verbreite:

Am 7. und 8. April fand in Amsterdam zum dritten Mal die Veranstaltung Social Now statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Enterprise Tools und ihre Fähigkeit, Unternehmen bei der Digitalen Transformation einen Vorsprung vor ihren Konkurrenten zu geben.

You will see how 12+ social tools may be used to create a true enterprise 2.0 environment: where people collaborate around projects, share topic-based knowledge and turn innovation into a real social experience.

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Immer wieder werde ich gefragt, welche Social Software Plattformen ein Unternehmen dabei unterstützten können, ihre Arbeitsprozesse und Kommunikationsabläufe so zu verbessern, dass auch neue Geschäftsprobleme in Zeiten zunehmender Komplexität und stetig schnelleren Wandels, kreativ und effizient gelöst werden können.

Um darauf kompetente Antworten zu geben bin ich regelmäßig on- wie offline unterwegs, um zu erfahren, welche Tools sich beispielsweise für den Aufbau eines Social Intranets eignen. Bei der Suche nach einer Veranstaltung, die mehr bietet als nur eine Tool-Show, die schier endlose technische Merkmale in den Vordergrund stellt, bin ich auf das von Ana Neves vor drei Jahren in Portugal ins Leben gerufene Format Social Now gestoßen.

All tools will be demonstrated within the context of Cablinc, a fictitious company created for Social Now. 1.200 staff; 4 locations in 3 countries; 2 main components: manufacture equipment & services. What better way to understand what sets tools apart and which processes they encourage?

Präsentationssetup

Den 12 Enterprise Tool Vertretern wurde vorab die Aufgabe gestellt, ihre Plattform auf die Bedürfnisse eines fiktiven Unternehmens – Cablinc – hin zu konzipieren und dem Publikum in 15 Minuten vorzustellen. Der Einsatz von PowerPoint war nicht erlaubt, es musste sich um eine “echte” Anpassung ihrer technologischen Lösung in die Unternehmenswelt von Cablinc handeln!

15 minutes to present, no slides, just a live demonstration of the tool. So, you will have no sales blah blah. You will be in control. We give all participants a flag. You can raise it if, at any point, you feel the presentation is starting to sound like a sales pitch.

Die Social Now Teilnehmer bekamen somit einen ungefilterten Echtzeit-Einblick auf die Funktionsweise des Social Software Tools in einem nachvollziehbaren Geschäftsszenario. Es sollte gezeigt werden wie dieses Tool die fiktive Leiterin Interne Kommunikation & Marketing, Anne McLear, bei einem konkreten Anwendungsfall hilft.

Anne wurde beauftragt für die Expansion ihres Unternehmens in die Türkei eine integrierte Kommunikationsstrategie zu entwerfen. Die Frage lautete: Wie kann das Tool Anne und Cableinc in die Lage versetzten ihre Ziele zu erreichen? Die Tool-Vertreter nutzten die maximal 15 Minuten dazu ihre Lösung nicht nur dem Publikum, sondern vor allem einem dreiköpfigen Cableinc Panel zu veranschaulichen.

Social Now   Tools for Workforce Collaboration

Das Panel – also das fikitve Cableinc Gremium – hatte 10 Minuten Zeit mit seinen Fragen die Plattformen auf ihre vermeintlichen Schwächen und Stärken hin abzuklopfen. Im Anschluss daran gab es für das Publikum noch die Möglichkeit Fragen an die 12 Tool-Vertreter zu stellen.

Und hier sind die Links zu den sechs von mir beschriebenen Tools:

Twoodo

Wer mal etwas anderes sucht und davon überzeugt ist, dass es wenig bringt eine Komplettlösung für jeden Mitarbeiter und absolut allen Anwendungsfälle einzuführen, sondern an die Zukunft kleinerer, wendiger, Projektteams glaubt, die durch ihre Flexibilität die Effizienz der Netzwerke in Organisationen an die Oberfläche bringen, nun, für den ist es auf jeden Fall mal ein Versuch wert. Und dazu würde ich gehören. Denn Twoodo schafft etwas, was andere nicht schaffen: Hier arbeitet das Tool für den Nutzer und nicht umgekehrt.

HighQ

Diese Plattform gehörte auf jeden Fall zu den interessantesten Anbietern. Es ist eine solide Lösung mit allem was man sich heutzutage in einem Unternehmen wünschen kann, um den Arbeitsplatz mit digitalen Tools zu erweitern oder sogar zu verändern. HighQ ist keine Revolution, sondern eine Evolution auf dem schnell wachsenden Enterprise Tool Markt. Und entspricht damit dem Wunsch vieler Kunden im privaten, wie im öffentlichen Sektor.

XWiki

Wikis sind die Champions League der Enterprise Tools. Das gilt für den technischen Anspruch an den Nutzer und nicht unbedingt die Attraktivität des Spiels. Wissensmanager und IT-Projektteams sind Verfechter von Wiki-Lösungen, aber ich halte diese Lösungen für schwierig umsetzbar, wenn es sich um ein Umfeld von Mitarbeitern handelt, die nicht aus den oben genannten Berufsgruppen bestehen. Ich würde ungerne irgendwo arbeiten, bei dem ein Wiki als Lösung für die Herausforderungen der Zusammenarbeit und Kommunikation zum Einsatz kommt.

blueKiwi

Ich kann mir gut vorstellen, in einem Unternehmen zu arbeiten, dass sich für blueKiwi entschieden hat. Es bietet mir alles was ich brauche, lässt sich personalisieren und entspricht meiner Vorstellung eines Enterprise Cockpits in dem ich meine Kommunikation und Projektarbeit steuern kann, ohne dazu noch eine Vielzahl anderer Applikation geöffnet zu haben. Anders als die Lösungen der Enterprise Tool Platzhirschen, scheint es bei blueKiwi möglich zu sein, eine Komplettlösung anzubieten, die meine Arbeit nicht unter einem Berg von unübersichtlichen und wenig Nutzerfreundlichen Funktionalitäten begräbt.

Teamgum

Ich freue mich darüber gute Einzellösungen zu finden, die das Thema Adoption und technische Realisierbarkeit nicht als unüberwindbare Hürde erscheinen lassen. Dieses Tool gehört dazu. Es ist nicht dazu gedacht alle bekannten Probleme zu lösen, sondern ein Mittel, um den Akt des Teilens wieder in das normale, soziale Muster der Mitarbeiter zu führen. Sozial bedeutet in diesem Fall menschliche Verhaltensweisen wieder zu erlernen und sie zum Vorteil des Einzelnen wie des Unternehmens nutzbar zu machen.

Im Übrigen wurde das Tool vom Publikum auf den 2. Platz in der Kategorie “Coolest Feature” und “Coolest Tool” gewählt. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass das Tool hier zum ersten Mal vorgestellt worden ist.

Hoozin

Die 15-minütige Vorstellung anhand des Cablinc Anwendungsfalls hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht. Und die Tatsache, dass es sich im Umfeld des Platzhirschen SharePoint bewegt ohne dabei seine Agilität und einfache Nutzung zu verlieren macht es meiner Meinung nach interessant genug, um es in Pilotprojekten auszuprobieren.

Hier sind weitere 6 Tool-Artikel, die mein damaliger Kollege, Matthias Lorentz, geschrieben hat:

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