Interne Kommunikation auf der Suche nach dem Unternehmenswissen

Dies ist ein kurzer Ausschnitt aus einem Essay mit dem Titel „Interne Kommunikation auf der Suche nach dem Unternehmenswissen„.

Die Rolle der bisher zur Unternehmenskommunikation zugehörigen Internen Kommunikation (IK) ist dabei sich zu verändern. Das ist weder neu noch eine unabänderliche Wahrheit. Es ist vielmehr eine Chance aus dem Schatten der externen Kommunikation hervorzutreten oder die oftmals gering eingeschätzte strategische Bedeutung der Internen Kommunikation im Unternehmenskontext zu vergrößern.

Anders ausgedrückt: Die Veränderung der Internen Kommunikation ist nichts anderes als eine Möglichkeit.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/93252788@N00/3719448961

Und wie das so ist mit Möglichkeiten, können wir sie in unserem Interesse zu einem gewünschten Zustand formen oder wirkungslos vorbeiziehen lassen. Beide Varianten führen zu einem Ergebnis. Letztere wohl zum Nachteil einer Internen Kommunikation, die sich weiterhin ausschließlich als Lautsprecher der Führungskräfte und Produzent kaskadierender Einbahnstraßen-Botschaften versteht.

Die Veränderung findet statt. Entweder mit uns oder ohne uns. Wir haben die Wahl zwischen aktivem Gestalten und passivem Erdulden. (…)

„Content is King, but Context is God“

Die Enterprise 2.0 Technologie muss Mitarbeiter im gesamten Unternehmen und möglichst auch Partner, Lieferanten und sogar Kunden in einer Art und Weise verbinden, die den Wissensaustausch in Echtzeit ermöglicht. Hierbei entsteht eine große Menge teils unübersichtlicher Inhalte. Die Rolle einer Internen Kommunikation 2.0 wird in Zukunft weniger darin bestehen, Inhalte zu generieren, als Inhalte zu kuratieren.

Damit ist der Vorgang gemeint, der den Mitarbeitern die Kollaborationsplattform erschließt, indem die Interne Kommunikation Fundstücke dort sichtet, recherchiert, bewertet, thematisch sortiert und aufbereitet. Dieser Vorgang kann natürlich auch auf externe Quellen ausgeweitet werden.

Die Menge an Informationen wie auch Daten ist in den letzten Jahren geradezu explodiert, wir sehen uns nicht mehr der Frage nach mehr, sondern besseren Daten und Informationen gegenübergestellt. Besser? Nutzbarer, persönlicher, in Zusammenhang gesetzt.

Dieser Zusammenhang findet grundsätzlich immer mit technischen Hilfsmitteln statt, die aber von einem menschlichen Filter gesteuert werden. Empfehlungen, Bewertungen, Suchaufträge, Mitteilungen, Verknüpfungen zu Themen und Menschen filtern den Inhalt mit Hinblick auf ein persönliches Profil. (…)

Der soziale Fußabdruck

Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass die Handhabung der Technologien den Einzelnen nicht überfordert. Es muss sich dabei letztlich um einen Vorgang handeln, der mittelfristig im üblichen Arbeitsprozess eingebettet ist und nicht einen zusätzlichen Aufwand darstellt.

Jedes Mal wenn wir Meeting-Protokolle, Schlagwörter, Kommentare, Bewertungen, Meinungen, Ideen, Dokumente, Lesezeichen auf einer Kollaborationsplattform teilen, hinterlassen wir einen Abdruck. Diese Spuren helfen dem Einzelnen wiederum entweder Personen, Communities oder Themen und Dokumente zu finden, die für den Suchenden und dessen Arbeit interessant sein könnten. Im optimalen Fall finden diese den suchenden Mitarbeiter. Das geht natürlich nur, wenn er sich an dem Hinterlassen von Abdrücken beteiligt, also Inhalte, Informationen und Wissen teilt.

Im Grunde genommen sind diese Aktivitäten nichts anderes als Gespräche. Die Interne Kommunikation ermöglicht und fördert diese Gespräche, damit so viel wie möglich davon an die Oberfläche kommen können. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Wissensweitergabe größtenteils in informellen Netzwerken („Virtual Water Cooler“), statt in formellen Netzwerken stattfindet.

Diese Wissensweitergabe in Form von Gesprächen muss so sichtbar wie möglich gemacht werden. Ansonsten bleiben diese Gespräche ungenutzt in den Abteilungssilos und können nicht zum Nutzen des Unternehmens, aber eben auch nicht für den Einzelnen nutzbar gemacht werden. Dass das Teilen von Wissen nicht über Zwang und Kontrolle erfolgen kann liegt hier in der Natur der Sache.

Damit die Gesprächsflut die Mitarbeiter nicht überfordert, ist eine Vermittlung der nötigen Medienkompetenz nötig. Dies geschieht unter anderem mit der Vermittlung von Kompetenzen (Training, Coaching) und Grundregeln, auf die sich alle geeinigt haben. (…)

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