Gemeinsam allein: Wer braucht schon Enterprise 2.0?

Wie jeden Morgen habe ich heute meinen RSS-Reader auf interessante Feeds hin durchsucht und bin dabei auf einen Bericht in der Financial Times Deutschland mit dem Titel „Der einsame Entscheider in der Chefetage“ gestoßen.

Nur ein Drittel der Chefs nutzt das Know-how ihrer Manager und bindet sie im Vorfeld strategischer Entscheidungen ein. Ein weiteres Drittel lädt zwar zu Meetings ein und forciert die Diskussion, aber die Manager am Tisch wissen schon: Es ist klar, was rauskommen muss.

In meiner Arbeit als Kommunikationsberater weise ich immer wieder auf die Vorteile von Enterprise 2.0 Lösungen hin, die unter anderem im Zusammenhang mit der effizienteren Nutzung von Mitarbeiterwissen betrachtet werden sollten.

Gleichzeitig treffe ich selbstverständlich immer wieder auf dieselben Vorbehalte gegenüber einer Kommunikationstechnologie, die kaskadische Informationshierarchien über Bord wirft und dazu genutzt werden kann Wissen ohne hierarchische Prioritäten zu teilen und generieren. Vor allem wird jedoch vergessen, dass soziale Medien in erster Linie sozial sind und eine Organisation ohne grundlegende soziale Fähigkeiten an den Herausforderungen von Enterprise 2.0 verzweifeln wird.

Ein wesentlicher Grund, warum Enterprise 2.0 in Großunternehmen scheitert, ist die Unfähigkeit vieler Führungskräfte ihre Experten und Manager an Entscheidungsfindungprozessen zu beteiligen. Es fehlt ein ernsthaftes Interesse eine transparente, partizipative Kommunikationskultur zu fördern.

Zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung liegen offenbar Welten. (…)Dieses Phänomen ist typischer für Großunternehmen als etwa für den Mittelstand, wo es häufiger einen regelmäßigen Austausch zwischen den Hierarchie-Ebenen gibt.

Wie sehr sich Unternehmen noch gegen den internen Einsatz von Social Media sträuben, wird im folgenden Video deutlich. Demnach sind die drei wichtigsten Werkzeuge zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten weiterhin:

1. Änderungen und Anmerkungen per E-Mail verschicken

2. Änderungen verfolgen in WORD aktivieren (Track changes)

3. Hervorhebungen auf bedruckter Vorlage

Nun, wer braucht schon Enterprise 2.0…

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