Interne Kommunikation – (Ein)Blick von außen

Wenn es um Interne Kommunikation geht, blicken einige meiner Kollegen wie auch ich neidisch zu unseren englischsprachigen Nachbarn. Zu Recht?

In Deutschland wird Interne Kommunikation oftmals von PR-Agenturen als das fünfte Rad am Wagen angeboten und konnte sich daher lange Zeit nicht als eigenständiger und gleichberechtiger Teil der Unternehmenskommunikation etablieren. Auch innerhalb der Unternehmen gab es zu lange die Tendenz, aktive Interne Kommunikation eher zu verhindern, statt zu fördern.


Der Kommunikationsleiter eines großen Schweizer Hightechunternehmens Philip Meier meint, Interne Kommunikation sei ein Instrument der Unternehmenskommunikation, welches mittels klar definierter, regelmäßig oder nach Bedarf eingesetzter und kontrollierter Medien die Verteilung von Informationen sowie die Führung des Dialogs zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherstelle.

Auch wenn der Begriff „Dialog“ auf eine bidirektionale Ausrichtung des Informationsfluss hinweist, verbirgt sich hinter dieser unvollständigen Definition zu oft die innerbetriebliche Kommunikation im Sinne einer Top-Down-Kommunikation.

Die einseitige Kaskadierung von Informationen ohne Bereitstellung partizipativer Kommunikationskanäle und gezielter Förderung von Feedback schließen den Mitarbeiter als gleichberechtigten Empfänger und Versender aus. Die Kommunikation auf vertikaler Ebene wird erst gar nicht in Betracht gezogen.

Gerade in Zeiten des Wandels aber ist die Motivation und Anpassungsfähigkeit der Mitarbeiter entscheidend für das Überleben eines Unternehmens. Wer sich noch immer von der Angst vor dem Kontrollverlust leiten lässt, statt das veränderte Kommunikationsbedürfnis einer neuen Generation zu berücksichtigen, könnte einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verpassen, wie Dr. Ulrike Buchholz bereits im Jahr 2000 feststellte:

„In den Führungsetagen ist allerdings noch vielfach der Irrglaube präsent, dass Kommunikation kontrolliert und nach Belieben ein und ausgeschaltet werden kann.“ (PR Handbuch)

Daher erscheint mir folgende Definition für den Begriff „Mitarbeiterkommunikation“ aus dem Jahr 2006 gerade in Zeiten von Enterprise 2.0 passend:

„Mitarbeiterkommunikation umfasst alle kommunikativen und informativen Vorgänge, die zwischen den Mitgliedern eines Unternehmens oder einer Organisation ablaufen. Sie ist als integrativer Teil eines ganzheitlichen Kommunikationsmanagements zielgerichtet und erfolgsorientiert.“

Mike Klein, ein US-amerikanischen Kommunikationsberater, der lange Zeit in England gearbeitet hat und jetzt in Brüssel tätig ist, hat sich mit dem Thema „Interne Kommunikation in Deutschland“ beschäftigt und kommt zu einem Ergebnis, das uns hoffen lässt. Seinen (Ein)Blick von außen gibt es hier.

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