Interne Kommunikation: 7 Social (Media) Tools stellen sich vor – Das Ende.

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie Social (Media) Tools zum Nutzen der Internen Kommunikation eingesetzt werden können. Dort habe ich auch erläutert, warum es sich trotz der großen Widerstände in vielen Unternehmen lohnt, die Chancen dieser partizipativen Kommunikationsmöglichkeit zu betonen.

Bevor ich einige Beispiele für die erfolgreiche Anwendung von Social Media Tools aufführe, zeige ich im Folgenden einige interessante Ergebnisse zum Thema „Nutzen von Social Media in Unternehmen“:

Eine im November 2009 veröffentlichte Studie des Center for Marketing Research at University of Massachusetts Dartmouth belegt, wie Social Media bei den Inc. 500, den 500 am schnellsten wachsenden US-Firmen, im Aufschwung ist. Die Studie besagt, dass 75 % der befragten Firmen sich mit Social Media stark vertraut gemacht haben. Dies entspricht einem Anstieg um 18 % zu 2008. 87 % der befragten Firmen berichten von Erfolgen hinsichtlich der Mitarbeitermotivation.

Eine weltweite Umfrage unter 2.100 Kommunikationsleitern zur Frage nach dem Nutzen von Social Media in ihren Unternehmen ergab folgende Ergebnisse:

•    71 % gaben erhöhte Mitarbeitermotivation als größten Nutzen beim Einsatz von Social Media im Unternehmen an
•    59 % nannten zur selben Frage interne Zusammenarbeit als Hauptnutzen
•    51 % nannten die Entwicklung von internen Communities
•    47 % gaben als wichtigsten Nutzen die Möglichkeit an, den bidirektionalen Kommunikationsfluss mit den Führungskräften zu verbessern.

Der Geschäftsführer einer der verantwortlichen Auftraggeber der Umfrage, Robin Crumby, meinte hierzu:

“The next generation of employees entering the workforce will expect to be able to have their say and network with their peers online. Corporations are preparing for this now. By encouraging staff (…) to get involved and build communities around their brands, companies know that they can get better results in terms of staff productivity and engagement (…).”

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Watson Wyatt hat bestätigt, dass erfolgreiche Kommunikationsabteilungen Social Media innerhalb von Unternehmen öfter einsetzen, als solche, die weniger effektiv arbeiten.

Blog

Eines der bekanntesten DAX 30 Blogs in Deutschland ist das Blog der Daimler AG, das im Oktober 2007 gestartet wurde. Es handelt sich hierbei um ein Blog, das sowohl intern wie auch extern benutzt werden kann. Außerhalb Deutschlands sind Blogs mittlerweile Alltag, wie das viel zitierte Beispiel von Sun Microsystems zeigt.

Jonathan Schwartz, der Vorstandsvorsitzende von Sun Microsystems, setzt sich dafür ein, dass Sun-Mitarbeiter bloggen, um mehr Transparenz innerhalb des Unternehmens zu schaffen.

“We’re going to be driving unparalleled transparency into everything we do, precisely because it’s the most efficient mechanism to accelerate change throughout Sun. Transparency enables everything to go faster, invites accountability, and drives dialogue between Sun and the communities we serve.”

Wiki

In Deutschland ist das unternehmensinternen Wiki der Deutschen Bank erwähnenswert, da es 2007 in einer Branche eingeführt wurde, die allgemeinhin als wenig transparent gilt.

Die Aufgabe bestand darin, das Wissensmanagement und den Wissenstransfer zu verbessern. Ein Jahr nach dem Start des sogenannten dbWiki gab es bereits durchschnittlich 8.000 Seitendownloads pro Woche, knapp 13.000 Seiten und fast 40.000 Beiträge.

Dr. Matthias Bürger von der Deutschen Bank betont darüber hinaus die Notwendigkeit, die Einführung eines Wikis durch „aktive Kommunikation“ zu begleiten, wie beispielsweise mit Events, Trainings, Artikel in internen Medien und Infomaterialien. Außerdem müssten sich alle Wiki-Autoren zuvor identifizieren. Dies sei eine wichtige Voraussetzung zur Selbstregulierung des dbWiki. Gleichzeitig sei eine transparente Unternehmenskultur und natürlich die Unterstützung durch die Führungskräfte mitentscheidend für den Erfolg.

RSS

Ein Beispiel des Anbieters für IT-Netzwerklösungen Cisco Systems zeigt, wie RSS im Unternehmen eingesetzt werden kann. Aufgrund der Vielzahl interner Newsletter sahen sich die Mitarbeiter immer weniger in der Lage, die für sie relevanten Informationen rauszufiltern. Mit dem Resultat, dass immer weniger Newsletter gelesen wurden.

Das neue Newsletter-Format MyIT News hingegen setzt die RSS-Technologie ein, sodass Mitarbeiter die für sie interessanten Nachrichtenkategorien abonnieren und somit schneller die für ihre Arbeit wichtigen Artikel lesen können. My IT News spart jedem IT-Mitarbeiter seitdem täglich zehn Minuten Arbeitszeit und erhöht gleichzeitig den Informationsfluss innerhalb des Unternehmens.

Social Bookmarking

Bei IBM wurde ein firmeninternes Social Bookmarking System mit dem Namen Dogear entwickelt, das 2005 zum ersten Mal in einem Test eingesetzt wurde. Die Erfahrungen waren überwiegend positiv. Trotz nur geringer unternehmensinterner Werbung wurden stetig steigende Nutzerzahlen und überwiegend positive Anmerkungen in Blogs verzeichnet.

Dogear stellt neben dem Teilen von Informationen und der Lokalisierung von Expertenwissen die gegenseitige Unterstützung von Interessengemeinschaften im Unternehmen als wesentliche Vorteile heraus. Im Jahr 2007 verzeichnete das System mehr als 7.000 Nutzer und 273.000 Lesezeichen, wovon nur 2,5 % als persönlich und somit nicht öffentlich markiert waren.

Podcast

Ein Beispiel eines erfolgreichen Podcasts findet sich im Unternehmen Altana AG. Eine Führungskraft aus dem Vertrieb setzte Podcasts ein, um sich dem international verzweigten Team vorzustellen. Die Podcasts wurden von einem Blog begleitet, in dem sich alle Mitarbeiter mit Kommentaren und Fragen zu Wort melden konnten.

Soziale Netzwerkplattformen

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hat im Jahr 2007 das interne soziale Netzwerk D Street gestartet. Die Projektverantwortliche Patricia Romeo erklärte dazu, dass am Anfang vor allem die Mitarbeiterbindung in einem sehr jungen Unternehmen im Vordergrund stand – das Durchschnittsalter beträgt bei Deloitte 28 Jahre. Das interne Netzwerken, der Aufbau von virtuellen Teams, die schnellere Einarbeitung von neuen Mitarbeitern und die Verbesserung der Kooperationsoptionen waren weitere Herausforderungen an das neue System.

In einem ersten Probelauf wurde 1.500 Mitarbeitern der Zugang zu dem an Facebook angelehnten Netzwerk D Street ermöglicht. Nachdem die ersten Tests erfolgreich abgeschlossen waren und zusätzliche Eigenschaften hinzugefügt wurden, ging das Netzwerk für alle Beschäftigten weltweit an den Start. Im Jahr 2008 waren bereits alle 46.000 Mitarbeiter im System angemeldet, während zwischen 400 bis 500 Mitarbeiter ihre Profile wöchentlich aktualisierten.

Mikroblogging

Die IT-Beratungsfirma Cap Gemini hat für ihre weltweit über 80.000 Mitarbeiter das Mikroblogging-Tool Yammer eingesetzt, um die interne Kommunikation zu verbessern und die Flut von E-Mails langfristig zu verringern. Darüber hinaus gab es den oftmals mobilen Mitarbeitern die Möglichkeit, über ihre internetfähigen Mobiltelefone in kürzester Zeit interessante Informationen an alle Kontakte zu verschicken. Die versendeten Nachrichten inklusive der angehängten Verknüpfungen zu Webseiten oder Dateien können durch integrierte Suchfunktionen von Yammer jederzeit in einer Art Wissensdatenbank wiedergefunden werden.

Dies ist nur eine sehr begrenzte Auswahl von Beispielen. Wer eine Sammlung von Fallstudien hierzu sucht, dem empfehle ich die ausgezeichnete Studie „Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung“, die mir zum Zeitpunkt der Recherche für diesen Beitrag (Dezember 2009) nicht zur Verfügung stand. Wer gerne ein Buch in Händen hält, den verweise ich auf einen „Klassiker“ – im Web 2.0 geht alles etwas schneller.

„Enterprise 2.0. Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen“ von Prof. Dr. Michael Koch und Alexander Richter. Und wer wissen will, warum jedes noch so gute Tool seine Wirkung verfehlen wird, ohne in eine Strategie integriert zu sein, den schicke ich natürlich gerne zu meiner Trilogie „The Communications Matrix“.

2 Gedanken zu “Interne Kommunikation: 7 Social (Media) Tools stellen sich vor – Das Ende.

  1. Sehr guter Beitrag. Für mich stellt sich zudem vor allem die Frage, wie Mitarbeiter zur Nutzung von Social Media motiviert werden können. Wie kann man den Mehrwert vermitteln?

    • Das ist letztlich – meiner Meinung nach – die entscheidende Frage und Herausforderung. Viele der Enterprise 2.0 Projekte scheitern an der mangelnden Teilnahme und Annahme dieser Möglichkeiten Meinungen und Wissen auszutauschen. Der Grund ist oft sehr klar: Es wird ausschließlich auf Tool Ebene agiert. Es wird etwas eingekauft, installiert und oftmals fehlt es an der jeweiligen ausführlichen Implementation (Technik, Usability, Governance, Prozesse) und vor allem an der Bereitschaft eine langfristige Strategie für das notwendige Change Management zu erarbeiten und implementieren (hiermit sind natürlich – da langfristig – größere Kosten verbunden).

      Der Mehrwert ist je nach Zielgruppe, z.B. Endnutzer oder Top-Management, unterschiedlich zu bewerten und zu kommunizieren. Entsprechende Anwendungsfälle in nachvollziehbaren „stories“ zu vermitteln – Kommunikation spielt hier eine wichtige Rolle – ist hierbei, neben Training, glaubwürdiger Vorbilder und glaubhafte Vermittlung von „weichen“ Erfolgsfaktoren, einfache Handbarkeit, etc., eine wichtige Voraussetzung.

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