Interne Kommunikation: 7 Social (Media) Tools stellen sich vor – Der Anfang.

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Eine Randbemerkung vorab: Wer Social Media ausschließlich auf die Anwendungsinstrumentarien reduziert, ignoriert dabei die grundlegenden Voraussetzungen für den Erfolg der neuen Kommunikationswerkzeuge im Unternehmenskontext. Dies ist keine bahnbrechende Erkenntnis, aber wie so viele scheinbar einleuchtende Aussagen, wird sie (noch) zu selten in die Tat umgesetzt.

 

Social Media ist in erster Linie ein Bewusstseinswandel und eine Idee der transparenten, personalisierten Kommunikation. Zur Umsetzung dieser Idee bietet Social Media im zweiten Schritt Tools an, die in der Lage sind mit einfachsten Mitteln Menschen und ihr Wissen zu vernetzen. Dem Menschen wird eine persönliche Ausdrucksplattform gegeben und somit eine Stimme verliehen, die – falls erwünscht – jederzeit und global vernommen werden kann.

Vorausgesetzt es wird davon ausgegangen, dass Interne Kommunikation mehr bedeutet, als der Lautsprecher des Vorstands zu sein und ein offener Dialog keine Schweißausbrüche im Unternehmen auslöst, sind Social (Media) Tools in der Lage Grundbedürfnisse aller Mitarbeiter wie Kommunikation, Selbstdarstellung, Interaktion und persönlichen Kontakt zum Vorteil des Unternehmenserfolgs zu fördern.

Warum setze ich eigentlich „Media“ in „Social (Media) Tools“ in Klammern? Können Tools, also Werkzeuge oder Instrumente überhaupt sozial sein? Alleine das damit verbundene Verhalten und die Zielrichtung sind, egal ob im positiven oder negativen Sinne, sozial. Dennoch liegt diesen Werkzeugen ein großes soziales Potential zugrunde, das ich insbesondere in der Internen Kommunikation für bemerkenswert halte.

Social Media ist die Demokratisierung des Inhalts, behauptet der Social Media Experte Brian Solis. Wie demokratisch können und sollen Unternehmen sein?

Blog

Gründlich geplante und eingeführte Unternehmensblogs bieten die Möglichkeit eine Wissensdatenbank für Projekte, Produkte oder individuelle Profile zu erstellen. Hier können sich Mitarbeiter mit ihrer Meinung und ihrem Wissen profilieren, ohne in der üblichen Hierarchiestruktur ungehört zu bleiben. Die Vorteile für die Interne Kommunikation sind die demokratische und schnelle Meinungsbildung, das Teilen von Informationen mit Projektpartnern und jedem interessierten Mitarbeiter, die schnellen Koordinationsmöglichkeiten und die daraus resultierende Mitarbeitermotivation.

Wiki

Die Einsatzmöglichkeiten eines Wikis sind im Hinblick auf ein effizienteres Projektmanagement und im Bereich des Wissensmanagements ausgezeichnet. Wikis tragen dazu bei unstrukturierte und anekdotenhafte Informationen festzuhalten, die ansonsten verloren gingen. Wikis sind auch nützlich in Unternehmensstrukturen, die nicht mehr ohne Weiteres in der Lage sind Informationen zu sammeln und allen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig helfen Wikis Informationshierarchien zu durchbrechen und einen freien Informationsfluss zu gewährleisten.

RSS

RSS-Feeds sind eine wichtige Individualisierungmöglichkeit von Informationsinput für die Mitarbeiter. Sie können zum Beispiel bewusst entscheiden, welche und wie viel Information sie von einem Unternehmensblog oder mehreren Blogs abonnieren. Diese werden dann automatisch im Feedreader aktualisiert.

Social Bookmarking

Social Bookmarking erlaubt es Mitarbeitern bestimmte Webseiten zu markieren und mithilfe empfohlener oder freier Schlagworte wieder auffindbar zu machen. Kollegen können nach diesen Schlagworten suchen und so die von anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellten Quellen in kürzester Zeit finden. Damit leistet Social Bookmarking unter anderem einen wichtigen Beitrag bei der Aufhebung der Isolation der Mitarbeiter untereinander, wenn diese in geografisch weit voneinander entfernten Büros arbeiten.

Es generiert zudem eine Vernetzung von Ressourcen und von Verbindungen, die durch den geschickten Einsatz von RSS-Feeds zu einer effizienteren und zielgenaueren Information jedes einzelnen Mitarbeiters beitragen kann.

Podcast

Podcasts bieten den großen Vorteil, dass sich Mitarbeiter die Datei, beispielsweise spezifische Unternehmensnachrichten oder Botschaften des Vorstandes, runterladen und unterwegs hören oder sehen können. Podcasts sind günstig und schnell zu produzieren und können in kürzester Zeit eine global verteilte Belegschaft erreichen, ohne sich zu einem bestimmten Zeitpunkt versammeln zu müssen. Die Mitarbeiter konsumieren die Information, wann immer es Ihnen recht ist, auch offline.

Soziale Netzwerkplattformen

Soziale Netzwerkplattformen geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich unabhängig von ihrem Arbeitsort und hierarchisch gestaffelten Kommunikationsketten miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Die Mitglieder des Netzwerkes präsentieren sich durch die Beschreibung der eigenen beruflichen Interessen, Projekte und Fähigkeiten.

So entstehen Communities, also Interessengemeinschaften, für deren Identifizierung es früher nötig war, aufwendige Untersuchungen durchzuführen.

Zu den wichtigsten Vorteilen von sozialen Netzwerkplattformen innerhalb von Unternehmen gehören:

  • Expertensuche
  • Einfache Möglichkeit zur Fragenstellung an die Community mit globalem Antwortenpotenzial
  • Lokalisierung von Kollegen mit ähnlichen Interessen
  • Sich über aktuelle und interessante Unternehmensprojekte auf dem Laufenden zu halten
  • Schnelle Einarbeitung neuer Mitarbeiter

Mikroblogging

Als es möglich wurde, die Technologie in geschlossenen Intranets nachzubauen oder Anbieter wie Yammer zu nutzen wurde Mikroblogging auch für die Interne Kommunikation interessant. Die sofortige und direkte Kommunikation der Mitarbeiter untereinander mit aktuellen Updates, beispielsweise zu Projekten, an denen diese gerade arbeiten, steht hier im Vordergrund. Darüber hinaus bietet Mikroblogging eine einfache Möglichkeit sich mit Experten zu vernetzen und sich selbst als Experte zu positionieren.


Außerdem im Angebot!

Instant Messaging (IM) bietet den Mitarbeitern in einem Unternehmen unter anderem die Möglichkeit sich statt über E-Mail oder Telefon, in Echtzeit mit Kollegen, mithilfe von auf dem Bildschirm erscheinenden Nachrichten auszutauschen.

Kooperationsplattformen wie Huddle, Jive Clearspace oder Basecamp und viele weitere vereinen einen Großteil oder sogar alle oben genannten Tools zu einem einzigen System, sodass ein Komplettpaket entsteht, mit dem auch das Intranet und in absehbarer Zeit der E-Mail Austausch obsolet werden könnten.

Im nächsten Teil erläutere ich an einigen Beispielen, wie diese Tools bereits erfolgreich im Unternehmen eingesetzt werden. Nicht vergessen den RSS-Reader zu aktivieren!

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2 Gedanken zu “Interne Kommunikation: 7 Social (Media) Tools stellen sich vor – Der Anfang.

    Gunther Mittmann-Gano sagte:
    8. April 2010 um 16:21

    Super Artikel, um sich seinen Kommunikationsmix in der IK zu überdenken. Vielleicht noch zur Ergänzung: Ich habe auch schon Corporate Podcasts via Telefonnummer und Einwahlpin abgerufen. Da zeigt sich erst die Stärke von Podcasts, beispielsweise für den Vertrieb, die sich diese dann einfach während den langen Autofahrtstrecken per Handy abspielen lassen.

      felmundo geantwortet:
      8. April 2010 um 16:49

      Vielen Dank für den freundlichen Kommentar und die Ergänzung.
      Mein Beitrag gibt nur eine einfache Einführung in das Thema und läßt sich mit Sicherheit erweitern. Es gibt eine große Menge von Fallstudien und auch Tools mit weiteren Einsatzmöglichkeiten, die an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden können. Dazu müssen natürlich die bestehenden Strukturen (IT, Kommunikationsstruktur, Kultur, etc.) analysiert werden, um die Tools an das Ziel anzupassen und nicht umgekehrt. In jedem Fall macht es viel Spaß in einem Bereich mit so viel Potential zu arbeiten!

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